Der Kita-Alltag steckt voller Bewegung und oft auch voller körperlicher Belastung. Zwischen Spielen auf dem Boden, häufigem Bücken, dem Heben von Kindern und dem Tragen von Materialien bleibt wenig Zeit, bewusst auf die eigene Haltung zu achten.
Viele pädagogische Fachkräfte kennen das Ergebnis nur zu gut: Rückenschmerzen bei Erzieherinnen und Erziehern gehören zu den häufigsten Beschwerden im Berufsalltag. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Ergonomie in der Kita, also die Frage, wie Arbeitsplätze, Bewegungsabläufe und Routinen gestaltet sind.
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In diesem Beitrag erfahren Sie, wie ergonomisches Sitzen, rückenschonende Trageroutinen und kurze Mini-Pausen helfen, Rückenschmerzen vorzubeugen und die eigene Beweglichkeit im Kita-Alltag zu erhalten – praxisnah, alltagstauglich und ohne zusätzlichen Stress.
Inhalt
1. Warum Ergonomie in der Kita für die Rückengesundheit so wichtig ist
2. Ergonomie in der Kita: Wie Erzieherstühle Rücken und Haltung unterstützen
2.1. Dynamisches Sitzen: in Bewegung bleiben, auch wenn man
2.2. Der passende Stuhl für unterschiedliche Alltagssituationen
3. Rückenschonende Trageroutinen: Entlastung in alltäglichen Bewegungen
3.1. U3-Kinder heben und begleiten – mit einer Haltung, die trägt
3.2. Materialien, Möbel und Boxen clever bewegen
4. Mini-Pausen: kleine Übungen mit großer Wirkung
4.1. Atemübungen: Ruhe und Aufrichtung gleichzeitig
4.2. Dehnübungen: mobil bleiben im Kita-Alltag
Ergonomie in der Kita: Wie Erzieherstühle Rücken und Haltung unterstützen
Sitzende Tätigkeiten gehören zum Kita-Alltag einfach dazu: Morgenkreis, Vorlesen, Basteln, Beobachten oder Kleingruppenarbeit finden häufig in niedriger Höhe statt. Gerade hier entstehen oft falsche Haltungen, weil der Körper versucht, sich den Möbeln „anzupassen“.
Ein ergonomischer Erzieherstuhl kann diesen Ausgleich übernehmen. Durch eine passende Sitzhöhe, eine gute Rückenlehne und ein bewegliches Sitzgefühl bleiben Wirbelsäule und Becken in einer natürlichen Position und die Muskeln müssen weniger kompensieren.
Dynamisches Sitzen: in Bewegung bleiben, auch wenn man sitzt
Dynamisches Sitzen bedeutet, den Körper nicht „festzuhalten“, sondern in kleinen Bewegungen aktiv zu werden. Viele Erzieherinnen und Erzieher kennen den Moment, in dem man sich über Minuten nach vorne lehnt, ohne es zu bemerken. Genau diese Phasen führen zu Rundrücken und Verspannungen.
Kleine Alternativen helfen sofort:
- zwischendurch kurz aufrichten
- das Gewicht leicht von einer Seite auf die andere verlagern
- beim Basteln den Stuhl etwas näher oder weiter weg schieben
- die Lehne bewusst nutzen
- regelmäßig kurz aufstehen
Diese Mikro-Bewegungen sind leicht in Ihren Ablauf einzubauen, stören nicht und entlasten Ihren Rücken spürbar. Ergonomisch arbeiten in der Kita bedeutet in diesem Zusammenhang, Sitzhaltungen regelmäßig zu wechseln und starres Verharren zu vermeiden.
Der passende Stuhl für unterschiedliche Alltagssituationen
Beim Bodenspiel entsteht schnell eine Haltung, die den Rücken rund macht oder den Nacken überstreckt. Ein niedriger, fest stehender Erzieherstuhl bringt hier Stabilität, ohne die Nähe zu den Kindern zu verlieren. Er erlaubt es Ihnen, aufrecht zu bleiben, statt auf den Knien zu arbeiten oder sich zu weit nach vorne zu beugen.
Auch bei Kindergartentischen lohnt sich eine ergonomische Wahl. Eine gut unterstützende Lehne verhindert das Zusammensacken. Eine passende Sitzhöhe ermöglicht es, entspannt zu arbeiten, ohne mit den Schultern nach vorne zu fallen. Für viele Fachkräfte wird gutes Sitzen erst spürbar, wenn sie es ausprobieren und oft stellen sie fest: „Ich habe gar nicht gemerkt, wie sehr ich mich früher verbogen habe.“
Rückenschonende Trageroutinen: Entlastung in alltäglichen Bewegungen
Neben dem Sitzen ist das Tragen einer der häufigsten Belastungsfaktoren für den Rücken von Erzieherinnen und Erziehern im Kita-Alltag. Das betrifft nicht nur das Tragen der Kinder, sondern auch von Materialien: Kita-Stühle, Körbe, Tabletts, Spielzeugkisten, Bastelboxen, Wasserkanister oder Aufräumwagen u. v. m.
U3-Kinder heben und begleiten – mit einer Haltung, die trägt
Kinder zu heben, gehört zum Alltag – sei es, um zu trösten, beim Wickeln zu unterstützen oder beim Anziehen zu helfen. Rückenschonend wird es, wenn Sie:
- möglichst nah am Kind bleiben
- die Beine als „Motor“ nutzen, nicht die Rückenmuskulatur
- Drehungen vermeiden und stattdessen Schritte gehen
- Kinder motivieren, mitzuhelfen – oft leichter als man denkt
Tipp: Viele Kinder können bereits mit kleinen Bewegungen unterstützen: ein Knie heben, sich am Arm festhalten oder sich selbst ein Stück hochdrücken. Gemeinsam gelingt vieles rückenfreundlicher und hilft gleichzeitig auch noch dem Kind bei der Entwicklung.
Materialien, Möbel und Boxen clever bewegen
Auch alltägliche Materialien können schwer sein – vor allem, wenn man sie häufig trägt. Ein paar Grundregeln helfen, Lasten zu reduzieren und tragen zur Prävention von Rückenschmerzen in der Kita bei:
- lieber zwei kleine Wege statt ein schwerer Gang
- möglichst schieben, statt heben
- beim Heben beide Hände nutzen
- Gegenstände nahe am Körper halten
- schwere Materialien auf mittlerer Höhe lagern
Tipp: Viele Aufgaben können Kinder übernehmen: Stühle wegräumen, das Bastelmaterial sortieren, Körbe tragen oder kleinere Tische schieben. Das entlastet nicht nur den Rücken, sondern stärkt Verantwortung und Selbstständigkeit.
Mini-Pausen: kleine Übungen mit großer Wirkung
Es braucht keine Sporteinheit, um die Ergonomie in der Kita und damit die Rückengesundheit zu fördern. Häufig reichen schon wenige Sekunden, um verspannte Muskeln zu lösen und die Haltung wieder aufzurichten. Mini-Pausen sind kurze Bewegungsimpulse, die sich fast überall einbauen lassen – zwischen zwei Aktivitäten, während Kinder ausruhen oder wenn Sie auf ein Material warten.
Atemübungen: Ruhe und Aufrichtung gleichzeitig
Atemtechniken wirken doppelt: So entspannen Sie den Körper und lösen muskuläre Spannung im Schulter- und Nackenbereich. Besonders hilfreich ist die 4-6-Methode: vier Sekunden einatmen, sechs Sekunden ausatmen. Der längere Ausatemanteil beruhigt das Nervensystem und entspannt die Haltung.
Ebenso wohltuend ist das bewusste Heben und Senken der Schultern. Ein tiefer Atemzug, ein Anheben der Schultern und ein langsames Fallenlassen lösen schnell spürbare Spannungen.
Dehnübungen: mobil bleiben im Kita-Alltag
Eine sanfte Nackendehnung, ein paar große Schulterkreise oder ein „Katzenbuckel“ im Stehen lassen sich problemlos zwischendurch machen – ob im Raum mit Kindern oder beim Tee kochen. Solche Bewegungen fördern die Durchblutung und beugen dem Gefühl vor, „festzustecken“.
Wichtig ist, Bewegungen im angenehmen Bereich zu halten. Dehnen darf ziehen, aber niemals schmerzen.
Achtung: Schmerz ist ein Warnsignal. Bewegen Sie sich nur in dem Bereich, der sich gut anfühlt.
Rückengesund im Kita-Alltag – gemeinsam stärker sein
Ergonomie oder Rückengesundheit sind keine Einzelprojekte. Wenn das gesamte Team aufmerksam bleibt, sich gegenseitig unterstützt und gemeinsam an Lösungen arbeitet, entsteht eine Kultur der Achtsamkeit und Wertschätzung. Viele kleine Entlastungen summieren sich und machen den Alltag für alle angenehmer.
Ein gesunder Rücken sorgt nicht nur für körperliches Wohlbefinden, sondern auch für mehr Energie in den Momenten, in denen Sie sie wirklich brauchen: beim Spielen, Lachen und Begleiten der Kinder.
FAQ – Häufige Fragen zur Rückengesundheit in der Kita
Was bedeutet Ergonomie in der Kita?
Ergonomie in der Kita bedeutet, Arbeitsplätze und Abläufe so zu gestalten, dass sie den Körper von Erzieherinnen und Erziehern entlasten. Dazu gehören ergonomische Sitzmöbel, rückenschonende Bewegungen sowie kleine Pausen, die helfen, Rückenschmerzen vorzubeugen.
Welche Haltung entlastet den Rücken am besten?
Eine aufrechte, bewegliche Haltung mit regelmäßigen Positionswechseln unterstützt die Muskulatur und verhindert Verspannungen.
Wie hebe ich ein Kind rückenschonend hoch?
Durch Kniebeugen, geraden Rücken, gutes Gleichgewicht und ein Tragen möglichst nah am Körper.
Welche Erzieherstühle sind empfehlenswert?
Stühle mit ergonomischer Lehne, anpassbarer Sitzhöhe und stabiler Konstruktion, die dynamisches Sitzen fördern.
Warum sind Mini-Pausen so effektiv?
Sie lösen Verspannungen, fördern die Mobilität und verhindern, dass sich Fehlhaltungen verfestigen.
Wie oft sollte ich Übungen machen?
Mehrmals täglich, am besten immer wieder zwischendurch – schon wenige Sekunden helfen.

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